Verlag Schwarze Ritter – Making of (and also why)

Letzte Woche habe ich hier über den Verlag Schwarze Ritter berichtet. Neugierig habe ich Hage Tronje gefragt, warum er einen Verlag gegründet hat und wie seine Erfahrungen bis jetzt sind. Seine Antwort will ich euch natürlich nicht vorenthalten.

Als Autor zu arbeiten, seine eigenen Gedanken und Geschichten zu Papier zu bringen und sie zu veröffentlichen, davon träumen viele Menschen. Ich auch. Schon die Wahl meines Studiums, englische Literaturwissenschaften, war von dieser Idee beeinflusst. Die ganze Sache nistete also schon einige Jahre, oder eher Jahrzehnte, in meinem Kopf, bevor sie nun, Anfang 2015, schlüpfte. Den letzten Ausschlag die Sache endlich umzusetzen, hatten einige Erlebnisse in den vergangenen Jahren geliefert. Zum einen ist die Tatsache sicherlich unbestreitbar, dass der Weg zum eigenen Buch und auch zum eigenen Verlag heutzutage so einfach ist, wie selten zu vor. Zwar klagt die Branche über schlechte Gewinnmagen, den Preiskampf und sinkende Umsätze, doch rein technisch sind die Mittel sehr viel einfacher zu erlangen, um das Unterfangen umzusetzen. Eine Druckerei als Dienstleister, Coverdesign, Gewerbeanmeldung, Handelsregister – all das ist sehr bequem online zu finden und zu organisieren. Damit ist sicherlich noch nicht alles getan, im Grunde fängt die Arbeit dann erst an, aber ein erster Schritt ist es allemal.

 

Aber ausschlaggebend war nicht allein die Tatsache der vorhandenen Mittel. Ich hatte einige Monate versucht einen passenden Verlag für mein fertiges Manuskript zu finden. Der eine Verlag, obwohl persönliche Verbindung zur Redaktion vorhanden waren, antwortete auch nach mehrmaligen Nachfragen gar nicht. Keine Absage, keine Reaktion. Ein anderer Verlag antwortete, war aber derart wage und unkonkret, dass ich hier keine gute Basis für mein Werk sah. Die Idee, die Sache selbst zu machen wuchs.

 

Den letzten Kick gab mir ein Erlebnis von Freunden, die ebenfalls beruflich in der Fantasy-Branche unterwegs sind. Nico Mendrek und Mhaire Stritter wollten das Rollenspiel Numenera in Deutschland herausbringen, nachdem der Mutterverlag keinen deutschen Verleger finden konnte. Alle großen und kleineren Häuser hatten abgewunken. Kurz entschlossen suchten die Beiden sich einen befreundeten Verlag als potentiellen Partner und begannen ein Crowdfunding, um Numenera produzieren zu können. Es war ein großer Erfolg. Mehr als 30.000 Euro kamen in kürzester Zeit zusammen, das Rollenspiel geht nun im Uhrwerk Verlag in den Druck.

 

Für mich war das der Beweis, dass die größeren Verlage oft daneben liegen in ihrer Einschätzung, dass sie die kleinen, feinen Romane und Geschichten schlicht übersehen. Das, so mein Wunsch, sollte dem Verlag Schwarze Ritter nicht passieren. Ob es gelingt oder nicht, das wird man in zwei, drei Jahren wissen.

htg

Danke Hagen und viel Erfolg für Deinen Verlag und Dein Buch! Wer mehr über Hagen erfahren möchte findet Ihn bei Hagen bei Facebook.

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