Ich lektoriere mein eigenes Buch

bild01Ganz schön anstrengend ist das, stelle ich fest. Den Text habe ich seit ungefähr sechs Jahren nicht mehr ernsthaft angeschaut. Es ist interessant, weil ich Vieles vergessen habe – aber da ich lektoriere, hat es auch den unangenehmen Beigeschmack einer Arbeit, für die ich nicht bezahlt werde. Oder vielleicht doch?

Es hilft ja nichts. Lektorat muss sein, das kann ich zum Glück, und Rücksprachen mit der Autorin sind zwar leicht schizophren angehaucht, aber praktischerweise immer ganz fix erledigt. Außerdem hilft es mir, das Buch als „Auftrag“ zu sehen, weil ich es so ganz unvoreingenommen lesen kann und es so behandle wie jeden Text auch, den mir mein Verlag schickt.

Fragen über Fragen …

Eigentlich muss ich noch ganz viel klären, bevor ich dieses Buch freigeben kann. Gibt es ein Copyright, das ich beachten muss? Was kommt auf das Cover und wie gelingt mir eine ansprechende Aufmachung, ohne dass ich mich dafür in großen Aufwand oder Unkosten stürzen muss? Möchte ich es als eBook verkaufen oder im Eigenverlag (ich habe da noch einen Gutschein von BoD, glaube ich)? Schreibe ich unter einem Pseudonym oder doch lieber unter meinem wirklichen Namen (eigentlich ist diese Frage sogar schon geklärt)? Soll ich von Pascal ein Hörbuch daraus machen lassen? Ich kenne seine Stimme ja, das würde sicher sehr gut klingen, aber eigentlich ist das ja ein Frauenroman, und passt das dann überhaupt? Hält Pascal das überhaupt im Kopf aus? Wer will den Roman überhaupt lesen? Wo und wie bewerbe ich ihn? Wird es auf der Welt auch nur einen einzigen Menschen geben, der dafür Geld hinlegen will?

Vor der Beantwortung all dieser Fragen drücke ich mich erst einmal. Indem ich weiter lektoriere. Das muss ja schließlich sein. Und das kann ich ja auch ganz gut.

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