Ich bumms dich wie einen Hund

Ghettoblaster“Oma, was bedeutet eigentlich ich bumms Dich wie einen Hund?”

Ich denke du kannst dir den irritierten Gesichtsausdruck der Großeltern vorstellen als ihr acht Jahre alter Enkel diese Frage stellte. Klar, auf dem Schulhof schnappt man so einiges auf, dieser Slang war aber neu. Daher fragte Oma wieso B. das wissen wollte. Seine Antwort war einfach, es war die Zeile eines Songs auf seinem Smartphone.

Smartphone?!

Ob ein Kind in der zweiten Klasse ein Smartphone braucht ist an sich eine interessante Frage. In diesem Fall hatte sie sich im Vorfeld allerdings nicht gestellt. B. hatte ein “defektes” Smartphone zum spielen bekommen. Womit keiner gerechnet hatte, was die Eltern nicht schafften war für den großen Brüder eines Freundes kein Problem. Er reparierten für den kleinen das Smartphone und spielten direkt etwas Musik darauf. Unter anderem den Song eines deutschen Gansta Rappers. Durch diese Geschichte wurde ich das erste mal mit dem Thema Kinder und Smartphones konfrontiert.

Ist das Kind erstmal in den Brunnen gefallen…

Der Junge hatte jetzt also ein Smartphone. Ihm das Gerät wieder weg zu nehmen sollte nur die letzte Lösung sein. Viel eher sollte er jetzt den bewussten Umgang mit einem Smartphone lernen während gleichzeitig seine Eltern lernen, was es alles zu beachten gibt.

Ein Smartphone ist heute so leistungsfähig wie ein Computer. Es gibt nahezu unendlich viele Programme (Apps) und eine Kontrolle ist nur schwer möglich wenn der Junior nicht mit zieht. Was man braucht sind klare Regeln.

Der Sproß 2.0

Klare Regeln und Vertrauen, das ist das Fundament für den Umgang mit Smartphones und somit dem Internet. Es ist wichtig das der Sproß 2.0 seinen Eltern sagt was er alles mit seinem Telefon gemacht hat, noch wichtiger ist aber das die Eltern das auch kontrollieren können.

Bilder & Songs

Am einfachsten ist es zu schauen welche Songs und Bilder auf dem Handy sind. Die Funktionen für die Galerie und die Musik nutzen auch die meisten von uns. Der Blick in die Galerie und in die Playlist sollte also zur täglich Routine gehören.

Apps

iphone 5 homescreenDas ist aber nicht alles. B. Eltern müssen auch wissen, welche Programme auf dem Handy sind. Also sind Sie einmal mit B. alle Apps durchgegangen und haben alle die er nicht braucht gelöscht.. Danach wurde der Zugang zum Google Playstore gesperrt.

Trotzdem müssen Bs Eltern weiterhin die installierten Apps kontrollieren. Selbst wenn Ihr Kind nicht weiß, wie man Apps aus alternativen Quellen installiert, Geschwister von Freunden können das bestimmt.

Das Internet

Alle Smartphones haben einen Browser und im Netz lauern viele Gefahren für Kinder. Jede Suche führt früher oder später zu Pornoseiten. Daher sollten Sie mit Ihrem Kind vereinbaren das es nur einen Kinderbrowser nutzt. Für jedes System finden Sie viele davon im jeweiligen Appstore. Ein Kinderbrowser sorgt dafür das nur solche Webseiten angezeigt werden, die auch für Kinder geeignet sind.

…Vertrauen ist besser!

Egal wieviel Sie kontrollieren, am besten ist es wenn Sie Ihrem Kind vertrauen können. Im Idealfall erzählt das Kind Abends, wenn Freunde was neues auf das Handy gespielt haben. Dann schaut man es sich gemeinsam an und entscheidet ob es auf dem Handy bleiben darf.

Fazit

Ich finde Kinder vor der 5. Klasse brauchen kein Smartphone, es setzt Ihnen einen zu großen Druck aus. Zum einem durch die Verantwortung das das Gerät nicht verloren geht und zum anderen ist es für ein so junges Kind fast unmöglich ist “nein” zu sagen, wenn eine “cooles,  großes” Kind was mit dem Handy machen will. Bei B. klappt es mit dem Handy bisher übrigens recht Problemfrei. Nach einer Weile war es nämlich doch wieder spannender draussen als mit dem Handy zu spielen. Ich hoffe das bleibt noch lange so.

junge meer

 

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